AUER Success unterstützt die ÖNORM A2063
Mit der neuen Version AUER Success.6 ist die Verwendung mit der ÖNORM A2063 gewährleistet.
Seit 1. Juni 2009 ist die ÖNORM A 2063 „Austausch von Leistungsbeschreibungs-, Ausschreibungs-, Angebots-, Auftrags- und Abrechnungsdaten in elektronischer Form“ in Kraft. Sie ersetzt die Ausgaben ÖNORM B 2062:1996, ÖNORM B 2063:1996 und die ÖNORM B 2114:1996, die technisch überarbeitet und zu einer ÖNORM zusammengefasst wurden.
Ausgangssituation
Bisher war der Themenbereich auf drei ÖNORMen, die B2062, B2063 und B2114 aufgeteilt. Diese Normen wurden zuletzt im Jahr 1996 neu definiert. In den vergangenen 13 Jahren haben sich nicht nur die IT-technischen Möglichkeiten sondern auch die Anforderungen an den genormten Umfang weiter entwickelt.
B2062 Leistungsbeschreibung
Diese Norm stellte im Wesentlichen eine Teilmenge der B2063 dar und war für die Erstellung und den Austausch von Leistungsbüchern wie dem LB-Hochbau konzipiert. Diese Norm war vor allem für den Import von einem Standardleistungsbuch relevant. Für die Weitergabe eines selbst erstellten Leistungsbuches gab es in AUER Success die passende Exportschnittstelle.Standardleistungsbücher dienen in der Folge als Vorlage für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen. Auch Standardkalkulationen werden auf Basis der Standard-leistungsbücher erstellt. Was für den Kalkulanten die Standardkalkulation, ist für den Ausschreiber und Projektmanager der zentrale, projektübergreifende Positionspreisspeicher welcher im Success-Modul Baudatenbank verwaltet wird.
B2063 Leistungsverzeichnis
Diese ÖNORM regelt seit 1996 den Datenaustausch von Leistungsverzeichnissen. Seitdem werden in Österreich eine Vielzahl an Angebotsanfragen und -abgaben via Datenträger durchgeführt. Mit Einführung dieser Norm konnte eine enorme Zeitersparnis erreicht werden. In Kombination mit den Standardleistungsbüchern und den Standardkalkulationen von AUER Success wurde der Zeitaufwand beim Erstellen einer Baukalkulation sogar auf ein 1/12 reduziert. Zu diesem Ergebnis kam eine unabhängige Untersuchung durch Bmst. J. Haiden. Die Einsparungspotenziale beim Ausschreibenden sind ähnlich hoch einzuschätzen. Leider gibt es hierzu keine unabhängige Untersuchung. Zusammenfassend kann man sagen, dass die ÖNORM B2063 und die ÖNORM konformen Softwareprodukte die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer in den letzten Jahren enorm verbessert haben. In Österreich gilt es inzwischen als selbstverständlich, dass Projektbeteiligte die Daten auf Basis der B2063 liefern und verarbeiten. Wer das nicht kann, kann im Wettbewerb nicht mehr bestehen.

B2114 Bauabrechnung
Diese Norm regelt den Datenaustausch von Bauabrechnungen (Mengenberechnungen und Rechnungen), hat allerdings im Baualltag die Bedeutung der B2063 noch nicht erreicht. Lediglich bei größeren Projekten bei denen der Bauherr die Datenlieferung nach B2114 vorgibt wird diese Norm gelebt. Das liegt zum einen an der etwas überholten Erfassungslogik und zum anderen an einer fehlenden Unterstützung der Abrechnungskontrolle. Die Erfassung der Mengenberechnung erfolgt je Teilrechnung. Eine Gliederung nach Aufmaßblättern ist nicht möglich. Es gibt zwar einen überaus umfangreichen (fast schon unübersichtlichen) Formelkatalog, so richtig praxisbezogen erscheint er den meisten Anwendern jedoch trotzdem nicht. Weiters gibt es keine Möglichkeit die Berechnungen mit Skizzen bzw. Planausschnitten zu erläutern. Die ÖNORM B2114 unterstützt nur die Daten-lieferung vom Ausführenden zum Rechnungsprüfer. Sie bietet keine Unterstützung bei der Rechnungskorrektur und der Rückgabe der korrigierten Daten zum Rechnungsersteller.
Warum schon wieder eine neue Norm/Was bringt die neue ÖNORM
Die ÖNORM A 2063, die nun der Kennbuchstabengruppe A angehört, hat jetzt auch die Anforderungen für Liefer- oder Dienstleistungen abzudecken und findet daher folgerichtig nicht nur im Bauwesen ihre Anwendung. Durch die Zielsetzung – eine Norm nicht nur für die spezifischen Anforderungen für das Bauwesen (B-Norm), sondern eine allgemein gültige Normierung der Liefer- und Dienstleistungen zu erstellen, führte zu einer wesentlich abstrakteren Strukturierung und Beschreibung der auszutauschenden Daten.
Die ÖNORM berücksichtigt die zwischenzeitlich eingetretenen Anforderungen, z.B. im Bereich E-Procurement. Neu ist auch die Prozessorientierung vom Entwurf über die Vergabe bis zur Abrechnung. Das machte einen einheitlichen Aufbau der Datenstrukturen für Leistungsbeschreibungen, Leistungsverzeichnisse und die Abrechnungsdaten erforderlich. Die wichtigsten Änderungen gegenüber den vorherigen Normen zeigen sich durch die Verwendung einer einzigen Struktur der Leistungsbeschreibungen und eines Änderungs-kennzeichen, um Änderungen von einer Version einer Leistungsbeschreibung zur anderen transparenter zu machen. Die Texte können nun formatiert ausgegeben und mit Grafiken und Tabellen ergänzt werden. Richtpreise zu einer Leistungsbeschreibung (LB) werden mit der neuen Norm in einem eigenen Datenbestand ausgetauscht und Rechnungen können in einem Datenträger mit der gesamten Mengenberechnung übergeben werden. Die Mengenberechnung selbst kann jetzt endlich, wie bei der Auer Bausoftware schon immer möglich, nach Aufmaßblättern gegliedert werden.

XML hält Einzug
Die Extensible Markup Language (engl. für „erweiterbare Auszeichnungssprache“ abgekürzt XML), ist eine Auszeichnungssprache zur Darstellung hierarchisch strukturierter Daten in Form von Textdaten. In den alten Normen aus dem Jahr 1996 wurden die Daten mit fester Datensatzlänge - vergleichbar mit einer alten Lochkarte - ausgetauscht. Diese Art der Datenübergabe ist für die wesentlich komplexeren und in ihrer Länge stark variierenden Datenstrukturen welche durch die neue ÖNORM abgebildet werden müssen, völlig ungeeignet. Daher erfolgt der Datenaustausch nach A2063 in Form von XML-Dateien. Mit XML-Dateien lassen sich tief strukturierte Daten transportieren zudem erlauben sie den Softwarehäusern zusätzliche nicht in der ÖNORM enthaltene Datenstrukturen zu transportieren. Sie bieten somit eine wichtige Möglichkeit zukünftige, und bisher noch nicht genormte Anforderungen, zu implementieren.Im Unterschied zu den Vorgänger Normen liegt die eigentliche Datenaustauschlogik nicht in der gedruckten Fassung der ÖNORM sondern in der zugehörigen Schema Datei.
Was sind Schemadateien
Eine Schemadatei beschreibt die Struktur einer XML-Datei und bietet die Möglichkeit den Inhalt von Elementen und deren Attributen zu beschreiben und Validierungsregeln zu hinterlegen. Das Schema selbst ist ebenfalls ein XML Dokument, das die Beschreibung von komplexen (auch inhaltlichen) Zusammenhängen erlaubt. Die Schemadateien sind der eigentliche Kern der ÖNORM A2063. Beim Datenaustausch werden diese Schema-dateien für die strukturelle und inhaltliche Prüfung des Datenträgers sowohl beim Import als auch beim Export herangezogen. Bei Feststellung eines Fehlers wird der Datenaustausch sofort unterbrochen. Die konsequente Prüfung ist der einzige Weg formell saubere Datenträger zu gewährleisten. Die Sicherheit erreicht dadurch einen neuen Level.
Ist die A2063 mit den alten B-Normen kompatibel?
Diese Frage ist nicht nur für die Softwareentwickler von Bedeutung. Auch die Anwender wollen mit einer Software beide Normenwelten bedienen können. Der Ausschreibende kann bis zu einem gewissen Grad bzw. Zeitpunkt auswählen ob er sein Projekt auf Basis der alten B-Normen abwickelt oder bereits die neue Norm verwendet. Die Beherrschung beider Normenwelten wird in Zukunft notwendig sein.
Die A2063 ist nicht abwärts kompatibel zu den alten B-Normen. Die in einem A2063-Datenträger geforderten Mindestinhalte sind in einem B206x-Projekt nicht ausreichend vorhanden. Eine Umwandlung der alten „B-Projekte“ in ein A2063-Projekt per Knopfdruck ist nicht so einfach möglich.
Softwarehersteller sind gefordert
Eine Norm zum Datenaustausch ist nur dann sinnvoll nutzbar, wenn sie von möglichst vielen Softwareherstellern unterstützt wird um einen reibungslosen Datenaustausch zwischen planenden und ausführenden Unternehmen zu gewährleisten. Bausoftware-Hersteller waren durch die ÖNORM A2063 aufgefordert die Norm zu unterstützen und Ihren Kunden die Vorteile näher zu bringen. AUER – Die Bausoftware hat mit Ihrer Version Success.6 diesen Forderungen Rechnung getragen.